Gelungener Spagat zwischen Familie und Beruf

Alleinerziehende Mutter nimmt durch intensive Beratung über das Pilotprojekt für Familien des Jobcenters Lübeck Arbeit auf.

 

Pressemitteilung vom 07.12.2020

Das Jobcenter Lübeck beteiligt sich bundesweit als sogenannte Schwerpunktregion an einer Pilotstudie zur Beratung von Familien. Lübeck beschreitet hierbei neue Wege, in denen die Familie im Mittelpunkt des Bratungsprozesses steht, mit dem Ziel Entwicklungsperspektiven für alle Mitglieder der Familie zu eröffnen.

Paulina Kalbarczyk war Teilnehmerin des Projekts. Sie kam 2011 nach Deutschland und hat in ihrer Heimat Polen ein Studium der Sozialpädagogik erfolgreich abgeschlossenen. Nach einem langen Weg der Anerkennung des Studiums und intensivem Erwerb der deutschen Sprache startete sie die Arbeitssuche. Nach zahlreichen Absagen ihrer eigenen Bewerbungsbemühungen suchte sie das Gespräch mit ihrer persönlichen Ansprechpartnerin im Jobcenter.

Diese erarbeitete in intensiven Beratungsgesprächen mit ihr die Perspektiven und Möglichkeiten als Alleinerziehende bei der Stellensuche. Die Eignung sowie Neigungen von Frau Kalbarczyk wie auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wurden miteinander abgewogen.

Sie wurde hinsichtlich der zielgerichteten Arbeitssuche bestärkt. Außerdem wurde ihr, aufgrund eines Überarbeitungsbedarfes ihrer Bewerbungsunterlagen, ein professionelles Coaching vorgeschlagen.

„Anfangs stand ich dem Ganzen sehr skeptisch gegenüber. Meine Bedenken lösten sich jedoch gleich in der Anfangszeit in Luft auf. Ich hatte die Grone-Schule ausgewählt. Ich wurde herzlich aufgenommen und konnte sehr viel lernen. Meine Bewerbungsunterlagen wurden komplett aktualisiert und ich bekam ein hilfreiches persönliches Coaching. Meine Ansprechpartnerin im Jobcenter war in dieser Zeit immer für mich da und unterstützte mich sehr“, so die alleinerziehende Mutter zweier Kinder. „Das Jobcenter übernahm auch die Kosten für ein neues Bewerbungsoutfit.“

Joachim Tag, Geschäftsführer des Jobcenters Lübeck, erläutert:

„Mit diesem Beratungsansatz gehen wir die ersten Schritte in Richtung Arbeitsmarkt mit Familien gemeinsam. Es werden unter anderem familienfreundliche Unternehmen, spezielle Förderangebote oder Leistungen zur Bildung und Teilhabe für Kinder vorgestellt. Außerdem werden Hilfestellungen bei der Suche nach einer geeigneten Kinderbetreuung angeboten.“

Die Grone-Schule erkannte das Potential und machte der 32-jährigen direkt nach zwei Wochen ein Angebot. „Frau Kalbarczyk zeigte sich bereits während des Coachings sehr motiviert, Arbeit zu finden. In unserem Haus war zu dem Zeitpunkt eine Stelle im sozialpädagogischen Bereich vakant, auf die sie mit ihrem Qualifikationsprofil genau zu passen schien. Wir boten ihr ein Praktikum zum Kennenlernen an und waren sofort von ihr und ihrer Kompetenz überzeugt“, erzählt Niederlassungsleiter Silvio Grünberg begeistert.

Parallel hatte Paulina Kalbarczyk auch weitere Arbeitgeber mit ihren Bewerbungen von sich überzeugt und stand vor einer schweren Entscheidung. Die Erfahrungen während des Praktikums führten dazu, dass sie sich für die Grone-Schule entschied und im Anschluss den Arbeitsvertrag unterschrieb. Mit dieser Entscheidung ist die Sozialpädagogin bis heute sehr glücklich.

Sie erinnert sich: „Ich wollte meinen Kindern immer ein berufliches Vorbild sein und dann bekam ich durch das Jobcenterprojekt endlich die Chance dazu. Um die Arbeitszeiten sicherzustellen, weitete ich die Kita- und Hortbetreuung auf 7 Uhr aus – man muss auf dem heutigen Arbeitsmarkt flexibel reagieren.“

Inzwischen hat sie sich gut eingelebt, und betreut die berufsbildende Bildungsmaßnahme für Jugendliche. Ihre Hilfebedürftigkeit im Jobcenter konnte sie erfolgreich beenden.

Paulina Kalbarczyk mit Niederlassungsleiter Silvio Grünberg am Arbeitsplatz

Aus dem Förderangebot heraus direkt eingestellt: Silvio Grünberg (li. Niederlassungsleiter Grone GmbH) ist sehr zufrieden mit seiner Mitarbeiterin Paulina Kalbarczyk.